Patient ohne Verfügung – Das Geschäft mit dem Lebensende

Intensivstation

Als Ergänzung zu dem Artikel Wir tun was wir können über Palliativmedizin weisen wir nun auf diese Neuerscheinung hin.

Das Buch des Palliativmediziners Matthias Thöne richtet den Fokus darauf, dass mit dem Ende des Lebens viel Geld verdient werden kann. Die Hälfte aller Gesundheitskosten fällt im letzten Lebensjahr der Menschen an: Es wird beatmet, operiert, katheterisiert, bestrahlt – ein einträgliches Geschäft für Ärzte und Krankenhäuser. Selbst wenn Angehörige auf den Willen des Patienten hinweisen, keine lebensverlängernden Maßnahmen zu wünschen, werden sie unter Druck gesetzt durch Aussagen wie: es sei Mord, wenn man die Beatmung einstellt und man könne einen Menschen nicht verdursten oder verhungern lassen. Matthias Thöne erklärt auf verständliche Weise, dass es Teil des Sterbens ist, nicht mehr essen und trinken zu wollen.

Man könnte argumentieren, dass es doch gut und erforderlich ist, dass Menschen so lange wie möglich therapiert werden. Aber wenn doch diese Therapien keinen Erfolg mehr versprechen? Ja, oft sind diese Behandlungen für den Patienten belastend oder sogar quälend. Palliativmedizin hingegen sei ganzheitlich und ermögliche, ohne Schmerzen und Angst zu gehen. Sie ist aber durch den Mangel an Apparatemedizin finanziell nicht lukrativ.

Matthias Thöne beschreibt dies alles an Hand von selbst erlebten Vorfällen. Auch wenn Patientenverfügungen existieren, werden diese unter den oben beschriebenen Argumenten missachtet.

Dieses Buch ist auch ein Plädoyer für ein selbstbestimmtes Leben bis in den Tod also – also für mehr Lebensqualität am Ende des Lebens.

Matthias Thöne
Patient ohne Verfügung – Das Geschäft mit dem Lebensende
München, Berlin 2016
22,-€

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