Alles, was uns lieb ist, steht auf dem Spiel

Wir KlimaSeniorinnen setzen uns mit unserer Klage vor dem Bundesgericht in Lausanne für den Schutz unserer Grundrechte ein, insbesondere dem Recht auf Leben. Denn die Schweizer Klimaziele sind eine drohende Gefahr für unsere Gesundheit, verletzen unsere Verfassung sowie die Europäische Menschenrechtskonvention.

Wir klagen aufgrund der wissenschaftlich belegten Tatsache, dass ältere Frauen ab einem Alter von ca.74 Jahren in ihrer Gesundheit besonders durch die Folgen der Hitzewellen gefährdet sind. Mit der Klage fordern wir bessere Lebensbedingungen für die Zukunft – für uns und vor allem für die uns nachfolgenden Generationen. Denn alles, was uns lieb ist, steht auf dem Spiel.

Im August 2016 gründeten wir den Verein KlimaSeniorinnen Schweiz. Wir waren über 300 Mitglieder und hatten das Ziel, den Bund und das Parlament auf gerichtlichem Weg zu einer Klimapolitik zu zwingen, die die menschgemachte Klimaerwärmung stoppt. Im Mai 2019 zählen wir über 1400 Frauen im Pensionsalter als Mitglieder und werden von rund 1000 Menschen unterstützt.

Wir fordern mit unserem Begehren eine unabhängige gerichtliche Überprüfung der Klimapolitik. Unser Ziel ist es, dass der Staat seine Schutzpflichten uns gegenüber wieder wahrnimmt und zwingend erforderliche Klimaziele verfolgt und umsetzt, um die gefährliche Störung des Klimasystems zu verhindern. Wir fordern umfängliche Massnahmen und deren umgehende schnelle Realisierung.

2016 reichten wir unsere Klage beim Bundesrat und den zuständigen Departements ein, die jedoch 2017 abgelehnt wurde. Dagegen legten wir im selben Jahr Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein. Doch auch dort wurde sie abgelehnt. Laut Urteil seien wir nicht stärker betroffen als andere Bevölkerungsgruppen. Im dritten Schritt zogen wir nun im Januar 2019 mit unserer Beschwerde vor das Bundesgericht. Wir werden weiter kämpfen und sind entschlossen, unsere Grundrechte bis vor den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof zu bringen, falls auch das Bundesgericht unser Begehren ablehnt.

Die Politik kreist weiterhin um sich selbst und sorgt sich um ihre Pöstchen, diskutiert u.a. über breitere Strassen für die umweltverpestenden SUVs, aber nicht über „Netto Null“ bis spätestens 2050. Radikale Änderungen sind notwendig, und zwar sofort, wenn wir und unsere Generation, die für dieses Klima-Desaster mitverantwortlich sind, die derzeitige Lebensqualität erhalten wollen. Die jungen Klimastreiker*innen machen es uns vor: Wir müssen laut werden, um die Politikerinnen und Politiker aufzuwecken und sie an ihre in der Verfassung festgelegte Verantwortung (Schutzpflicht) gegenüber der Bevölkerung der Schweiz zu erinnern.

Denn das Klima verträgt keine politischen Winkelzüge mehr!

www.klimaseniorinnen.ch

 

 

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