Großeltern dringend gesucht

Ehrenamtliche Hilfe für gestresste Eltern

Sie suchen eine ehrenamtliche Tätigkeit? Dann können Sie sich, wenn Sie mögen, als Leih-Oma bzw. -Opa verdingen. Da gibt es z. B. den Großelterndienst des Berliner Frauenbundes, der »vitale Ältere« zwischen 45 und 69 Jahre an Alleinerziehende oder berufstätige Paare vermittelt, damit die vielfach gestressten Mütter und auch Väter ab und zu mal »durchatmen« können. Ein bis zweimal in der Woche holen Ehrenamtliche ihre Sprösslinge ab, um mit ihnen für mehrere Stunden irgend etwas Schönes zu unternehmen. In der Regel sind es Rentner oder Arbeitslose, viel mehr Frauen als Männer übrigens, die auf diese Art helfen. Sie entlasten die Eltern und fühlen sich selbst wieder jünger und aktiver dabei.

Da gibt es z. B. den älteren Herrn, dem es Spaß macht, mit einem siebenjährigen Jungen eine Radtour zu unternehmen, sich am Computer mit ihm auszutauschen oder ein Modellflugzeug zu bauen. Oder eine ältere Frau, deren Kinder selbst schon aus dem Haus sind, genießt es nochmal, mit einem kleinen Mädchen auf den Spielplatz zu gehen oder es beim Lesenlernen zu unterstützen. Besonders hilfreich sind Leih-Großeltern auch dann, wenn Kinder erkrankt sind.

An die 800 Anträge auf solche Unterstützung liegen beim Großelterndienst in der Ansbacher Straße vor und wollen bearbeitet werden. Das heißt, der Bedarf ist groß. Omas und Opas werden dringend gesucht! Wer sich dafür interessiert, kann sich aus den vielen Hilfe suchenden Kleinfamilien eine aussuchen, die für die eigene Situation und die eigenen Bedürfnisse passend erscheint. Dann gibt es ein erstes Kennenlernen in den Räumen des Großelterndienstes in der Ansbacher Straße, damit sich beide Seiten beschnuppern und testen können, ob man sich sympathisch ist. Niemand wird zueinander gezwungen, und man muss sich übrigens auch nicht als Oma oder Opa titulieren lassen. Aber wer sich zu solch einem »Dienst« bereit erklärt, sollte einigermaßen stetig dabei bleiben, um keine Enttäuschungen zu provozieren.

Die Kontakte zu den Kindern und ihren jeweiligen Müttern oder Vätern werden im übrigen professionell begleitet. Es gibt regelmäßige Treffen der Ehrenamtlichen mit sozialpädagogisch oder therapeutisch geschulten Mitarbeitern des Großelterndienstes, bei denen man alle Probleme, die ja in solch ungewohnten neuen Beziehungen entstehen können, aufarbeiten kann. Für die Kinder-Betreuung gibt es auch eine kleine Aufwandsentschädigung von 4 Euro pro Stunde. Um den Alleinerziehenden zu helfen, die ja oft finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet sind, könnten aber diejenigen, die es nicht nötig haben, gerne auch darauf verzichten.

Großelterndienst Berlin – Ein Projekt des Berliner Frauenbundes
Ansbacher Str. 63
10777 Berlin
Mittwoch und Donnerstag,
12:00– 17:00 Uhr
Tel: 213 55 14
mail:grosselterndienst@t-online.de
www.grosselterndienst.de

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