Omas gegen Rechts

Mit Verstand unter der Mütze

Stricken? Häkeln? Kochen? Enkel hüten? Ja, auch das gibt es in unserem Leben, aber zu allererst sind wir politisch denkende Frauen jenseits der Fünfzig, einige von uns wirkliche Großmütter, andere nicht. Wir sind die OMAS GEGEN RECHTS  BERLIN.
An jedem ersten Freitag des Monats veranstalten wir von 15 bis 16 Uhr eine Mahnwache auf dem Alex neben der Weltzeituhr. Hier kommen wir mit vielen Menschen ins Gespräch. Wir hören zu, diskutieren, geben Kontra, vielleicht auch Denkanstöße und bringen alte Überzeugungen ins Wanken.Wir organisieren Proteste, beteiligen uns an Demos und Kundgebungen, sind aktiv auf Facebook und Twitter, vernetzen uns mit anderen Gruppen, die aktiv sind gegen Rechts. Zu unseren Aktionen sind auch Opas, Kinder und Enkel willkommen. Wir putzen Stolpersteine und recherchieren die Biografien der Menschen, an die sie erinnern. Auch bei Fridays for Future trifft man Omas gegen Rechts regelmäßig.
Wir haben teils noch aus eigener Anschauung erlebt, wohin Nationalismus, Rassismus und Ausgrenzung führen und halten es für notwendig in diesen Zeiten, in denen solche Denk- und Handlungsmuster wieder gesellschaftsfähig werden, davor zu warnen. Einige von uns stammen aus Flüchtlingsfamilien, haben Flucht, Not und schwierigen Neubeginn selbst erlebt. Wir wissen, wovon wir sprechen, wenn wir sagen, dass wir uns einsetzen für eine demokratische, rechtsstaatliche, gerechte und freie Gesellschaft, die Mehr- und Minderheiten achtet.
Einmal im Monat treffen wir uns zu einer Plenumssitzung, in der wir unsere Vorhaben der nächsten Zeit besprechen. Zwischen den Sitzungen kümmern sich Arbeitsgemeinschaften um die anstehenden Themen. Unser Plenum, das sind anstrengende Stunden, aber wir lachen auch öfter. Wir sind die einzige Initiative der Omas gegen Rechts mit einem Hund. Buddy, der Schafspudel, liegt zu unseren Füßen und achtet auf uns. Im Protokoll kann auch mal stehen: „Zustimmungsgemurmel ohne Proteste“. Aber wir bestehen auf Einhaltung demokratischer Regeln innerhalb der Initiative und lieben den Konsens.
Damit neue OMAS GEGEN RECHTS bei uns in Ruhe ankommen können, bieten wir regelmäßig einen Jour fixe in unserem Stammcafé MadaMe am Mehringplatz an. Da bleibt dann Zeit zum Kennenlernen und zum Fragen, die im Plenum oft fehlt. Uns „Alten“ fehlt auch oft die Zeit zum gegenseitigen Kennenlernen im Plenum. Deshalb gibt es die Tafelrunde, bei der wir über all das reden, was wir schon erlebt haben oder noch erleben wollen – egal wo. Unsere Sozialisation ist unterschiedlich: Ost-West , Stadt-Land, Nord-Süd – wir haben uns viel zu erzählen. Wir tauschen uns aus über Literatur und Ausstellungen. Z.B. diskutieren wir über Theodor W. Adornos neu aufgelegte „Aspekte des neuen Rechtsradikalismus“ oder die aktuelle Gruppenausstellung im Martin-Gropius-Bau. Dort werden ab September 2019 Werke, die sich 30 Jahre nach dem Mauerfall mit dem Konzept der Abgrenzung durch Grenzen und Barrieren befassen, gezeigt.Bei den Veranstaltungen sind wir gut zu erkennen, an unseren Schildern, dem runden Oma-Button, den rotbunten Strickmützen, unserer Selbstironie und an dem, was wir tun.

Mitmachen bei OMAS GEGEN RECHTS BERLIN:
Kommt einfach vorbei oder nehmt Kontakt auf.

Termine:
Mahnwache am Alexanderplatz/Weltzeituhr am 6.9.2019 von 15 – 16 Uhr.
Jour fixe für interessierte Omas: 14.09.2019 von 11:00-13:00 Uhr – anschließend Tafelrunde, Café MadaMe, Mehringplatz 10 in 10969 Berlin

Kontakt:
www.omasgegenrechtsberlin.de
omasgegenrechtsberlin@gmail.com

 

 

 

 

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