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Was wir wollen

Finden auch Sie sich in der Öffentlichkeit als ältere Menschen etwas einseitig dargestellt? Als Senioren, die entweder in der Sonne faulenzen oder krank und pflegebedürftig die Kassenbeiträge in die Höhe treiben und zudem auf Kosten der nachfolgenden Generation leben? Sind Sie über diese gängigen Klischees ebenso empört wie wir, wollen auch an diesen Vorurteilen rütteln und das Bild zurechtrücken?

Dann schauen Sie in unseren Blog, der mit diesem festgezurrten Meinungsbild aufräumen, seine Leser anregen, aktivieren und mobilisieren will. Das Altwerden und Altsein hat viele Aspekte, und wir wollen sie beleuchten, aufklären und zur Debatte stellen.

Räumen wir gemeinsam mit der herkömmlichen Meinung auf, ältere Menschen seien als lukrative Konsumentenschicht auszuplündern oder in Heime abzuschieben, setzen wir uns zur Wehr, schmunzeln wir über unsere Marotten und entwickeln alternative Vorstellungen für diese neue Lebensphase.

Machen Sie sich mit uns auf den Weg!

Ein Blick zurück – eine kleine Geschichte von Passagen

Mit dem eigenen Eintritt ins Rentenalter /2010 war die Idee geboren: eine Zeitschrift von und für ältere Menschen zu machen. Auf verschiedenen Wegen fanden wir zusammen und entwickelten ein Konzept. Nach langen Diskussionen tauften wir die Zeitschrift: PassagenZeitschrift für die zweite Lebenshälfte. Themen gab es reichlich, Artikel wurden geschrieben.
Was dann am längsten dauerte: Die Finanzen aufzutun für Druck und Layout. Den Vertrieb machten wir selbst. Dieses leidige Thema der Finanzen setzte sich fort und absorbierte viel unserer Zeit und Kräfte. Und auch der Vertrieb, der professionell gemacht werden müsste. Wir haben alles probiert: Stiftungen, öffentliche Geldgeber, Anzeigenakquise, private Sponsoren. Auf diese Weise haben wir in größeren Abständen drei Hefte hergestellt. Langfristig war das aber kein Weg, denn so konnten wir keinen Abonenntenstamm aufbauen.

Aufgeben? Dass wollen wir nicht. Wir haben so viel positives Echo von Leserinnen, Lesern und Fachleuten erhalten, wir haben so viel Lust und Spaß, diese Zeitschrift gemeinsam zu machen. Also haben wir uns gedacht: Wir nutzen die Möglichkeiten des Internet und finden, dass das auch viele Vorteile hat. Und nun geht’s los!

Wer wir sind

Dorothee Ruddat, 1940 geboren, ein waschechter Kriegsjahrgang also. Die wirren Lebensformen der Kriegs- und Nachkriegsjahre haben mich geprägt. Ich hatte lange Lehr- und Wanderjahre in Bezug auf Wohnorte und Beruf und bin 1980 in Berlin vor Anker gegangen. Seit 2004 bin ich Rentnerin und genieße es, nur noch zu tun, wozu ich Lust habe. In der Redaktionsgruppe macht es mir Spaß, weiterhin Neues zu lernen und mich über Themen und Fragen unserer Generation auszutauschen und zu informieren.

Urte Paprotté, 70+. Nach dem Magisterexamen in Germanistik unterrichtete ich Deutsch als Fremdsprache am Goethe-Institut, an den Westberliner Universitäten und mehreren Volkshochschulen. Ein Zweitstudium an der Hochschule der Künste ermöglichte mir, fortan als Kunsttherapeutin mit behinderten Erwachsenen zu arbeiten. Noch heute leite ich einen Freizeitclub der Lebenshilfe. Bei den Passagen bin ich von den Anfängen an dabei

Rainer Zenz: Nach einem Kommunikationsdesign-Studium in Wuppertal wurde ich freiberuflicher Grafiker und Buchgestalter. Seit 1991 lebe ich in Berlin. An dieses Projekt geraten bin ich durch Dorothee Ruddat, der ich seit langem verbunden bin. Die Idee für die Zeitschrift hat mir sofort gefallen. Mein Anteil daran war vor allem die grafische Gestaltung. Mal sehen, wie sich das nun als Blog entwickelt.

Sigrid Wiegand: Schreiben war schon immer das, was ich am besten konnte, seit ich Rentnerin bin, habe ich auch endlich Zeit dafür. Für die Passagen zu schreiben, ist Freude und Vergnügen. Ich kann vieles aus meinem langen Leben berichten und mir Gedanken machen über das, was war und was jetzt ist. Schon im Editorial der ersten Ausgabe der Passagen haben wir festgestellt, dass es uns wichtig ist, selbst über uns zu schreiben und das Bild zu korrigieren, das in der Öffentlichkeit von alten Menschen vermittelt wird. Nicht nur Zipperlein und Krücken, Armut und Verzicht bestimmen das Leben im Alter, da ist noch so viel mehr. Darüber schreiben wir.

Margaret Ruthmann: Ein Leben lang habe ich als Dokumentar-Filmemacherin für das ZDF, ARTE und den SWR gearbeitet. Dann war damit Schluss. Ab ins Rentnerglück? Kein Projekt mehr, keine Aufgabe. Das war zu viel für mich. Ich hörte von Menschen, die sich in der Zeitschrift / dem Blog Passagen mit dem Alter, mit dem „Rentnerglück“ kritisch und anders auseinandersetzten. Ich fand eine neue Aufgabe. Nachdenken, Mitmachen, Fragen stellen, Antworten suchen – das hat mir gefallen, da war ich nicht mehr allein. Deshalb mache ich bei Passagen mit – und auch wenn ich nun nicht mehr in Berlin lebe, ist es mir möglich durch die neue Technik, mich weiter einzubringen.

Ich bin über 70 Jahre alt und erlebe, dass ich auch im Alter noch auf Entdeckungsreisen gehen kann. Als Berufstätige habe ich auch für ein Reisemagazin gearbeitet und viel von der Welt gesehen, nun erlaufe ich mir die Welt im Kleinen und mache unter anderem Wanderführer. Aber sehr gern schreibe ich auch für Passagen.

Claudia Trappe: Neben meinen 41 oftmals spannenden Lebensjahren, langem Aufenthalt in England, der Pflege meiner Großmutter und einer beruflichen Neuorientierung, habe ich bei Passagen eine schöne Möglichkeit gefunden, den Kontakt zur nächsten Generation zu leben, und den Blog künstlerisch mit Fotografie und Worten etwas mitzugestalten.

Peter Grießmann, geboren in Köthen (Anhalt), Jahrgang 1939, also auch ein Kellerkind. 1955 Flucht in den „Westen “Hessenkolleg in Wiesbaden, Studium der Biologie, Chemie und Physik in Mainz, Marburg und Graz, Realschullehrer in Worms und Mainz, Gymnasiallehrer in Buenos Aires, Ajaokuta (Nigeria) und schließlich ab 1980 in Berlin. Pensionierung, Kunsttherapie-Ausbildung, Malerei und Galerie in Berlin-Mitte. Viele, viele Reisen. Theaterspielen. In der Redaktion möchte ich Anregungen geben und mich mit der Frage beschäftigen, wie man im Alter ein lebenswertes Dasein gestalten kann.

Gudrun Trautwein-Kalms: Die frühe Nachkriegskindheit erlebte ich in Berlin, ebenso die Aufbruchstimmung Ende der 60er Jahre. Ab dieser Zeit engagierte ich mich wissenschaftlich und praktisch für gesellschaftliche Veränderungen, zuletzt als Redakteurin einer sozialwissenschaftlichen Zeitschrift. Mein Leben nach der Arbeit findet nun wieder in Berlin statt, u.a. bei den Passagen,  mit großer Neugier – es gibt noch so viel zu erfahren und zu tun.